Verantwortung, Befähigung und Vertrauen – Rückblick auf den Apéro zur Rush Hour am 2. Juni 2026, Rotkreuz
Beim jüngsten Apéro zur Rush Hour stand eine Frage im Zentrum, die Unternehmerinnen und Unternehmer täglich beschäftigt:
Was bedeutet verantwortungsvolle Führung – und wo beginnt sie?
In einem offenen und persönlichen Austausch wurde deutlich, dass Verantwortung oft gerade dort beginnt, wo sich niemand zuständig fühlt. Einer der prägenden Gedanken des Abends lautete: «Man ist immer auch für das verantwortlich, wofür man eigentlich nicht verantwortlich ist.» Viele Herausforderungen in Unternehmen entstehen genau dort, wo Aufgaben und Zuständigkeiten gegenseitig zugeschoben werden. Führung bedeutet deshalb, Dinge zu Ende zu denken und Verantwortung nicht einfach weiterzureichen.
Dabei wurde deutlich, dass der Erfolg eines Unternehmens nicht allein von Produkten oder Prozessen abhängt, sondern wesentlich von der Art und Weise, wie Menschen miteinander arbeiten. Ein gutes Arbeitsklima entsteht durch Vorbild, Wertschätzung und einen edukativen Führungsansatz, der Menschen befähigt statt kontrolliert.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Frage nach Vision und Orientierung. Was geschieht mit Werten, wenn ihnen keine Vision zugrunde liegt? Können Unternehmen langfristig bestehen, wenn sie lediglich funktionieren, aber keine Richtung haben? Die Teilnehmenden wurden ermutigt, den Mut zu einer echten Vision nicht aufzugeben – für das eigene Unternehmen ebenso wie für die Gesellschaft.
Besonders nachdenklich stimmte die Frage: «Wenn Mitarbeitende mir folgen sollen – wem folge ich eigentlich?» Aus christlicher Perspektive wurde Führung als eine Form der Nachfolge verstanden. Wer führen will, muss selbst wissen, wie man folgt. Daraus entstand der Gedanke: Wir alle stehen letztlich im Dienst Gottes und sind aufgefordert, unser Handeln an ihm auszurichten.
Im Gespräch über Befähigung zeigte sich die Aktualität der Goldenen Regel. Wer Mitarbeitende führen möchte, kann sich zunächst fragen: Wie möchte ich selbst behandelt werden? Daraus ergeben sich oft überraschend konkrete Konsequenzen – von einer zeitnahen Antwort auf Nachrichten bis hin zu einer respektvollen Kommunikation auf Augenhöhe.
Ein bewegender Teil des Abends war die Auseinandersetzung mit menschlicher Schwäche. Führungskräfte müssen nicht alles aus eigener Kraft leisten. Im Gegenteil: Wer seine Grenzen kennt und sich auf Gott verlässt, gewinnt Freiheit und Mut. Mehrfach wurde auf die biblische Erfahrung verwiesen, dass Vertrauen auf Gott nicht Schwäche bedeutet, sondern eine Quelle von Stärke sein kann.
Auch das Spannungsfeld von Glaube und Zweifel wurde angesprochen. Selbst dort, wo Beweise oder Erfahrungen vorhanden sind, bleibt Glauben letztlich ein persönlicher Schritt des Vertrauens. Die Geschichte des Thomas zeigte, dass Fragen und Zweifel ihren Platz haben dürfen und Gott dem suchenden Menschen begegnet.
In der abschliessenden Runde verdichteten sich die Gedanken des Abends zu einer zentralen Erkenntnis: Veränderung beginnt bei den Menschen. Wer die Welt verändern möchte, muss sich zuerst liebesfähig machen. Christliche Führung beginnt nicht bei Konzepten oder Theorien, sondern bei konkreten Menschen, die sich gesehen, angenommen und geliebt wissen.
So wurde dieser Apéro zur Rush Hour zu einer Ermutigung, Verantwortung bewusst wahrzunehmen, Menschen zu befähigen und Führung aus einer Haltung des Vertrauens und der Liebe heraus zu gestalten.