200 Jahre Linthwerk – Ein Vortrag zum Linth-Kanal

Rückblende zum Anlass der VCU am 20. November 2025in Tuggen (SZ)

Der Linthkanal – Lebensader zwischen Walensee und Zürichsee

Referent: Raphael Jud, Linthingenieur

Der Linthkanal ist weit mehr als nur ein gerader Wassergraben in der Ostschweiz: Er ist seit dem 19. Jahrhundert eine Lebensader für die ganze Region, schützt Menschen und Dörfer vor Überschwemmungen und hat die Entwicklung der Linthebene überhaupt erst möglich gemacht.

Mit der Linthkorrektion wurde das früher regelmässig überflutete Gebiet trockengelegt und nutzbar gemacht; seither fliesst das Wasser der Linth via Walensee kontrolliert in den Zürichsee. Der Kanal prägt bis heute das Landschaftsbild zwischen den Seen – und damit auch den Alltag, die Sicherheit und die wirtschaftliche Zukunft der Region.


Zentrale Aufgaben heute

  • Sicherer Hochwasserschutz dank laufender Wartung, Erneuerung der Dämme und gezielten Anpassungen an neue Gefahrenlagen.
  • Renaturierungsprojekte, welche dem Kanal wieder mehr Natürlichkeit geben und wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere zurückbringen.
  • Ein dauernder Ausgleich der Interessen von Bevölkerung, Landwirtschaft, Naturschutz, Gemeinden und Gewerbe – oft geprägt von emotionalen Diskussionen, weil es um Heimat, Existenzen und vertraute Landschaften geht.


Aktuelle Herausforderungen

  • Der Klimawandel bringt häufiger extreme Wetterereignisse, die den Hochwasserschutz immer stärker fordern und Unsicherheit auslösen.
  • Die Anforderungen an ein modernes Hochwassermanagement steigen: Technik, Überwachung und Krisenplanung müssen ständig weiterentwickelt werden, damit die Menschen entlang des Kanals ruhig schlafen können.
  • Gleichzeitig wächst der Wunsch nach weiterer Renaturierung und einem starken Schutz der Natur – mehr Platz für den Fluss bedeutet aber oft weniger Platz für andere Nutzungen.


Blick in die Zukunft

Der Linthkanal ist kein abgeschlossenes Bauwerk, sondern ein laufendes Generationenprojekt, das immer wieder an neue Rahmenbedingungen angepasst werden muss. Die Herausforderung besteht darin, die Balance zwischen Sicherheit, Natur und Nutzung zu halten – damit der Kanal auch in Zukunft das bleibt, was er heute ist: ein Stück technische Pionierleistung und ein emotional verankertes Symbol für Schutz und Fortschritt in der Ostschweiz