Gott sei Dank ist Montag – wenn Werte im Führungsalltag Orientierung geben


Gott sei Dank ist Montag – wenn Werte im Führungsalltag Orientierung geben

Rund 430 Führungskräfte kamen am 11. September 2026 in Winterthur zum 8. Forum christlicher Führungskräfte zusammen. Unter dem Titel «Gott sei Dank ist Montag!» ging es um eine Frage, die weit über diesen Tag hinausweist: Was trägt Menschen, die Verantwortung übernehmen und täglich Entscheidungen treffen müssen?

Gerade die Vielfalt der Persönlichkeiten machte den besonderen Charakter des Forums aus. Thomas Alexander Baader brachte als Senior Vice President bei Robert Bosch Power Tools die Perspektive eines international tätigen Unternehmens ein. Ken Costa, international erfahrener Banker, Autor und Philanthrop, steht seit vielen Jahren für die Verbindung von Glaube, Wirtschaft und Verantwortung. Rita Famos, Pfarrerin und Präsidentin der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz EKS, griff Fragen auf, die sie auch in ihrem 2026 erschienenen Buch «Leadership. Weibliche Perspektiven» vertieft. Darin kommen Frauen aus unterschiedlichen Führungsbereichen zu Wort und reflektieren Erfahrungen rund um Verantwortung, Macht, Glaubwürdigkeit und eine zeitgemässe Führungskultur. Auch am Forum wurde deutlich, dass gute Führung nicht nur eine Frage von Position oder Methode ist, sondern davon, wie Verantwortung wahrgenommen und Macht gestaltet wird. Priorin Irene Gassmann leitet als Priorin die Benediktinerinnengemeinschaft des Klosters Fahr. Sie brachte eine nochmals andere Perspektive ein und sprach über innere Orientierung, Sehnsucht und die Frage, aus welcher Quelle verantwortliches Handeln entstehen kann.

So unterschiedlich ihre Lebens- und Arbeitswelten sind, so deutlich wurde eine gemeinsame Frage: Wie können christliche Werte und persönlicher Glaube auch im Berufsalltag Orientierung geben und gute Führung prägen?

Wenn Werte konkret werden

Gerade für Unternehmerinnen, Unternehmer und Führungskräfte werden Werte dort relevant, wo es keine einfachen Antworten gibt. Wenn wirtschaftliche Interessen gegeneinander abgewogen werden müssen. Wenn Veränderungen Mitarbeitende verunsichern. Wenn kurzfristig attraktive Entscheidungen langfristige Folgen haben.

Christliche Werte nehmen solche Entscheidungen nicht ab. Sie können aber Orientierung geben: Wie gehen wir mit Menschen um? Was verstehen wir unter Verantwortung? Was leitet uns, wenn nicht alle Interessen gleichzeitig erfüllt werden können?

Damit berührte das Forum ein zentrales Anliegen der VCU Schweiz. Wirtschaften mit Verantwortung bedeutet, wirtschaftlich zu gestalten und gleichzeitig den Menschen und die Auswirkungen des eigenen Handelns im Blick zu behalten.

Besonders eindrücklich wurde dies dort, wo es um die persönliche Quelle von Führung ging. Priorin Irene Gassmann sprach von Wegen, die aus einer tiefen Sehnsucht entstehen. Dahinter steht eine Frage, die auch für Menschen in wirtschaftlicher Verantwortung wesentlich ist: Woher beziehen wir Orientierung und Kraft für unser Handeln?

Verantwortung braucht Begegnung

Ein wichtiger Teil des Forums waren deshalb nicht nur die Impulse auf der Bühne. Ebenso wichtig waren Begegnung, Austausch und Vernetzung zwischen Menschen aus Wirtschaft, Kirche, Gesellschaft und unterschiedlichen Organisationen.

Auch die VCU Schweiz hat sich im Vorfeld bewusst mit dem Forum christlicher Führungskräfte vernetzt. Beide Netzwerke verbindet die Überzeugung, dass Werte und Verantwortung nicht am Eingang zum Unternehmen abgegeben werden. Sie müssen sich im Alltag, in Entscheidungen und im Umgang mit Menschen bewähren.

Besonders interessant ist dabei auch der Blick auf die nächste Generation. Mit dem Young Professionals, die dem Forum angeschlossen sind, werden jüngere Menschen angesprochen. Jüngere, die bereits Verantwortung übernehmen oder sich auf Führungsaufgaben vorbereiten. Fragen rund um Beruf, Führung, Glauben und persönliche Haltung werden dabei mit Begegnung und Vernetzung verbunden.

Gerade für die VCU ist dieser generationenübergreifende Austausch wichtig. Verantwortungsvolles Wirtschaften braucht Erfahrung, aber ebenso neue Perspektiven und Menschen, die bereit sind, Verantwortung künftig mitzutragen.

Der Dialog geht weiter

«Gott sei Dank ist Montag!» war deshalb mehr als ein sympathisches Motto für einen gelungenen Tag. Es steht für eine Haltung, die Arbeit nicht nur als Leistung und Wirtschaft nicht nur als Ergebnis versteht.

Arbeit kann ein Ort sein, an dem Menschen gestalten, Verantwortung übernehmen und ihren Werten Ausdruck geben. Führung braucht neben Kompetenz und Entscheidungsfähigkeit deshalb immer auch die Auseinandersetzung mit der eigenen Haltung.

Das nächste Forum christlicher Führungskräfte ist für 2028 vorgesehen. Für die VCU Schweiz ist das eine gute Perspektive, die entstandene Vernetzung weiterzuführen und gemeinsam Räume zu stärken, in denen über verantwortungsvolle Führung und Wirtschaft nicht nur gesprochen, sondern an ihrer konkreten Umsetzung gearbeitet wird.

Dazu gehört auch, jüngere Menschen früh in diesen Dialog einzubeziehen und ihnen Möglichkeiten zur Begegnung, Orientierung und Vernetzung zu eröffnen.

 

Danke für Begegnung und Inspiration

Unser Dank gilt den Verantwortlichen des Forums, den Referentinnen und Referenten und allen, die diesen Tag mit ihren Erfahrungen, Fragen und Begegnungen geprägt haben.

Für die VCU Schweiz war das Forum nicht nur ein inspirierender Anlass, sondern auch eine wertvolle Gelegenheit, bestehende Beziehungen zu vertiefen und neue Verbindungen zu knüpfen. Wir freuen uns darauf, diesen Austausch weiterzuführen und auf das nächste Forum im Jahr 2028.

Wirtschaften mit Verantwortung heisst für uns in der VCU, im Dialog bleiben, voneinander lernen und generationenübergreifend daran arbeiten, welche Werte unser wirtschaftliches Handeln tragen sollen.