Die Geschichte der VCU – 75 und 1 Jahre gelebte Verantwortung

Eine Gemeinschaft mit einer klaren Haltung

Die VCU Schweiz blickt auf eine Geschichte zurück, die weit über die Entwicklung eines Verbandes hinausgeht. Sie erzählt von Menschen, die Wirtschaft nicht nur als Erfolgsinstrument, sondern als verantwortungsvolle Aufgabe verstehen. Seit 1949 prägt eine Gemeinschaft von Unternehmerinnen und Unternehmern die VCU, die sich von christlichen Werten leiten lassen und überzeugt sind, dass wirtschaftliches Handeln Sinn stiften kann.

 

Der Beginn einer wertegeleiteten Bewegung

In den ersten Jahren ging es darum, nach den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs Orientierung zu finden und eine Grundlage für verantwortungsvolles Unternehmertum zu schaffen. Unter der Gründungspräsidentin Andrea Capol entstand eine Gemeinschaft, die wirtschaftliches Denken und ethische Grundsätze neu verband. Die frühen Jahre waren geprägt vom Aufbau der Strukturen, von ersten Statuten der VCU Schweiz und von dem Mut, eine Gemeinschaft zu formen, die sich bewusst von christlicher Ethik inspirieren liess.

 

Öffnung zur Welt und wachsende Verantwortung

In den folgenden zwei Jahrzehnten öffnete sich die VCU Schweiz zunehmend nach aussen und entwickelte ein Gespür für ihre gesellschaftliche Wirkung. Die Präsidien von Urs Kauf und Beat Zwimpfer führten zu einer neuen Offenheit, die auch über die Landesgrenzen hinausstrahlte.
In dieser Zeit entstand die Stiftung Offene Hand, die heute als Stiftung Swisshand Mikrokredite und unternehmerische Perspektiven für Menschen in herausfordernden Lebenssituationen ermöglicht. Internationale Projekte wie IPROSCO in Kolumbien zeigten, dass die VCU Schweiz bereit war, unternehmerische Verantwortung global zu denken. Unternehmerisches Tun wurde zu einem Beitrag an die Gesellschaft und nicht nur zu einem wirtschaftlichen Prozess.

 

Professionalisierung und vertiefte Unternehmerethik

In den Achtziger- und Neunzigerjahren stand die Professionalisierung des Verbandes im Vordergrund. Die Strukturen wurden klarer, Regionalgruppen wuchsen zusammen, und die VCU Schweiz entwickelte ein stärkeres Bewusstsein für Themen wie Integrität, Vertrauen und die soziale Verantwortung von Unternehmen.
Die Präsidien von Hans Peter Ming, Peter Schnyder und Hans Rudolf Feigenwint prägten eine Zeit, in der die VCU zu einem verlässlichen und sichtbaren Netzwerk wurde. Hier verdichtete sich das Verständnis von Unternehmertum, das christlich verwurzelt und zugleich wirtschaftlich kompetent ist.

 

Ankunft in einer neuen Zeit der Wirtschaft

Mit dem Beginn des neuen Jahrhunderts veränderten sich die Rahmenbedingungen. Digitalisierung, Globalisierung und eine neue Arbeitswelt brachten neue Fragen mit sich und verlangten neue Antworten.
Die VCU Schweiz reagierte darauf, indem sie ihre Kommunikation modernisierte, neue Veranstaltungsformate entwickelte und sich für weitere Mitgliedskreise öffnete. Die Präsidien von Urs Viktor Ineichen, Silvio Ponti, Reto Battaglia und Michael Nägeli führten die VCU in eine Phase der Weiterentwicklung, in der Tradition und Innovation miteinander in Dialog traten.
Der Verband wurde moderner in seiner Sprache und vielfältiger in seinen Zugängen, ohne seine Wurzeln zu verlieren.

 

Gemeinschaft stärken und Menschen verbinden

Ab dem Jahr 2017 begann eine Phase, die von Zusammenhalt, innerer Erneuerung und einem bewussten Blick auf die Menschen geprägt war. Unter der Präsidentschaft von Rainer Bätschmann gewann die persönliche Verbindung wieder stärker an Bedeutung.
Mit dem Mentoringprogramm entstand ein Format, das Generationen zusammenführt und Vertrauen stärkt. Diese Jahre waren geprägt von Kontinuität und einer stillen, aber kraftvollen Entwicklung, die das Wesen der VCU  Schweiz tief berührte.
Die VCU wurde in diesen Jahren mehr und mehr zu einer Lerngemeinschaft, in der Erfahrungen geteilt, Zugänge geöffnet und Beziehungen gepflegt wurden.

 

Resilienz in herausfordernden Zeiten

Die Zeit, in der Lukas Stutz-Kilcher als Zentralpräsident die VCU Schweiz leitete, fiel in eine Phase weltweiter Verunsicherung. Die Krise in der Pandemie stellte auch den Verband vor grosse Herausforderungen.
Unter seiner Führung gelang es, die Gemeinschaft trotz physischer Distanz zu stärken und neue Wege der Begegnung zu schaffen. Online-Veranstaltungen und digitale Austauschformate hielten die VCU Schweiz lebendig und gaben den Mitgliedern Halt.
Die Krise machte sichtbar, wie belastbar das Netzwerk ist und wie sehr es von seinen Werten getragen wird.

 

Ein neues Kapitel mit frischen Impulsen

Mit der Wahl der ersten Frau im Zentralpräsidium Ulrike Clasen im Jahr 2024 eröffnete sich ein neues Kapitel. Zentralpräsidentin bringt sie neue Perspektiven ein und betont, wie wichtig Begegnungen, Dialog und eine lebendige Gemeinschaft für die VCU Schweiz sind. Ihre Präsidentschaft verbindet Zukunftsorientierung mit einer klar erkennbaren Wertearbeit, die auf Respekt, Fairness und Verantwortung basiert. Dabei ist ihr wichtig, dass die VCU weiterhin für viele Menschen eine geistige Heimat bleibt – ein Raum, in dem diese Werte erfahrbar werden. Themen wie Digitalisierung, gesellschaftliche Verantwortung, soziale Gesundheit und nachhaltige Wirtschaft prägen ihre Amtszeit ebenso wie der Wille, die Regionen zu stärken und das gesamtschweizerische Netzwerk sichtbarer und wirksamer zu machen.

 

Ein Verband, der sich verändert und sich treu bleibt

Die Geschichte der VCU Schweiz zeigt sich als ein kontinuierlicher Prozess des Lernens, der Weiterentwicklung und der gemeinsamen Gestaltung. Seit den Anfängen im Jahr 1949 zieht sich ein klarer roter Faden durch alle Jahrzehnte: Die VCU Schweiz ist ein Ort, an dem Menschen Verantwortung übernehmen, ein Ort,  an dem christliche Werte nicht nur formuliert, sondern im Alltag gelebt werden. Die VCU Schweiz ist eine Gemeinschaft, die sich wandelt, ohne ihre Haltung zu verlieren.

So erzählt die Geschichte der VCU Schweiz von Menschen, die seit 76 Jahren daran glauben, dass Unternehmertum und Führung dem Menschen dienen und aus einer inneren Überzeugung heraus entstehen darf.