Führung durch den Knie Kinderzoo

Wie sehr sich die Mitglieder der VCU Linth auf ein erstes Wiedersehen nach langer Zeit gefreut haben liess sich leicht an der Teilnehmerzahl des Anlasses am 20. August ablesen: man sah 58 fröhliche Anwesende, die sich in heiteren Gesprächen mit herzlichem Gelächter unterhielten. Bei sommerlichen 32 Grad trafen die Teilnehmer im asiatischen Restaurant Himmapan Lodge des Knie Kinderzoo in Rapperswil ein und genossen den feinen Apero, der von Beatrice und Rainer Bätschmann spendiert wurde – herzlichen Dank! Der Start des neuen Präsidenten Cornel Blöchliger in sein Präsidialjahr hätte besser nicht sein können.

Gleich zu Beginn galt seinem Dank der Past-Präsidentin Sylvia Fontana, die die VCU Linth seit 2017 mit viel Herzblut und zugleich sehr professionell geführt hatte. Spannende Vorträge, lehrreiche Führungen durch regionale Unternehmen und kulinarische Dinners in hiesigen Restaurants prägten ihre Präsidentschaft, die sie charmant und stets einladend leitete. Ebenfalls verdankt wurde Marie-Rose von Aarburg, die mit grosser Herzlichkeit und Präzision die zahlreichen organisatorischen Aspekte der VCU-Treffen leitete und mit grosser Gelassenheit alle kurzfristigen Veränderungen abarbeitete. Sowohl Sylvia als auch Marie-Rose bekamen vom neuen Präsidenten als Dankeschön Blumensträusse überreicht.

Nach dem Apero begaben sich die Teilnehmer zur Führung durch den Kinderzoo, die mit grosser Sachkenntnis und unterhaltsamen Anekdoten vom Zoodirektor Benjamin Sinniger und einem Kollegen geleitet wurde. 1962 gegründet gibt der Kinderzoo 400 Tieren in 40 Arten ein Zuhause und erfreut sich mit 400’000 Eintritten pro Jahr grosser Beliebtheit. Respekt und Geduld seien die wichtigsten Eigenschaften, die man Tieren entgegenbringen muss, um ihr Naturell und ihre Lebensgewohnheiten verstehen zu können sagt Sinniger. 62 Mitarbeiter kümmern sich mit viel Liebe um das Wohlergehen der Tiere. Züchtigen oder gar Schlagen sei ein ‹No go›, da das Tier dieses nie vergessen würde und das Vertrauen sofort für immer verloren sei. Der Zoo kommt ohne Subventionen oder politisches Lobbying aus und ist somit komplett von den Eintrittsgeldern abhängig. «Wenn es Ihnen bei uns gefällt, sagen Sie es gerne jedem weiter.» schmunzelt der gelernte Marketing-Fachmann. Jedes Kind kann sich später an den Steinwal, die ausgestanzten Figuren am Eingang oder an die Rösslibahn erinnern und kommt wieder, wenn sie selbst Mami oder Papi sind und eigene Kinder haben. Bei der 1. Station brachte Sinniger den Besuchern die Systematik der Kamelfamilie näher. So erfuhr man, dass Dromedare 1 Höcker, Trampeltiere 2 Höcker haben und eben beide Kamele sind ebenso wie Lamas und Alpakas. Die Höcker sind nicht mit Wasser gefüllt wie viele denken sondern ein Gemisch aus Fett und Muskeln, die grosse Kraftreserven speichern. Die Fütterung durch Besucher mögen sie, stresst sie nicht und sind im Gegenteil lehrreiche Abwechslung, da sie sich unter Einhaltung ihrer natürlichen Bedürfnisse auf die Menschen einlassen. Bei der 2. Station war zu erfahren, dass die Humboldtpinguine tatsächlich monogam sind und das schweizer Klima bestens aushalten. Überhaupt ist der Kinderzoo in internationalen Zuchtprogrammen integriert, zahlt keine Gelder für neu hinzukommende Tiere und gibt dafür Tiernachwuchs umsonst ab. So versucht man, den illegalen Tierhandel zu unterbinden und wird dabei von Einfuhrverboten exotischer Tiere in die Schweiz von der Politik unterstützt. Bei der 3. Station sah man 2 männliche Geparden und 1 weibliche faul im hohen Gras liegen. «Die Männchen heissen Winston und Churchill, da sie 12-15h am Tag faul herumliegen und der richtige Churchill Sport hasste.» so Sinniger. Das schnellste Landtier der Welt beschleunigt in unglaublichen 3 Sekunden von 0 auf 100 km/h, kann das Tempo aber nur sehr kurz halten. Die Krallen können nicht eingezogen werden, um mit dem ‹Grip› Kurven rennen zu können. Ebenfalls ist die Sohle sehr hart, damit die hohen Geschwindigkeiten überhaupt auszuhalten sind. Da Geparden leider leicht dressierbar sind, dürfen die Pfleger – auch aus Sicherheitsgründen – nie das Gehege betreten. Bei Behandlungsbedarf werden die Tiere betäubt und aus dem Gehege gebracht. Der vieldiskutierte Neubau soll einen Zauberhut darstellen, in dem ’nicht-lärmige› Veranstaltungen, Firmenevents oder Privatanlässe durchgeführt werden können. Der Zoo hat dazugelernt und führt zeitgemäss keine Delfin- oder Seelöwenshows mehr durch dafür aber welche mit Hunden, Pferden und Papageien, da diese durch Shows nicht gestresst werden. Bei der letzten Station wurden die Rothschildgiraffen besucht, die im scheinbaren Zeitlupentempo majestetisch zur Fütterung schritten. Durch eine raffinierte Durchblutungsregelung können Giraffe ihre Köpfe aus luftiger Höhe bis zum Boden senken. Sie wiegen 600-1000kg und können in freier Wildbahn bis 60 km/h laufen. Das Laub der Bäume gehört ihnen dank der Grösse exklusiv und sie fressen mit Vorliebe die für andere Tiere giftigen Akazienblätter. Die Dornen machen ihnen nichts aus. Möchte sich die Akazie vor zu grossem Giraffenhunger schützen, scheidet sie Tannine aus oder lockt massenweise Ameisen an bis sich die Giraffen abwenden. Giraffen halten sich gerne in der Nähe von Zebras auf, da diese hypernervös sind und somit frühzeitig Gefahren durch Raubtiere erkennen. Wie lange die Zungen der Giraffen sind, erkannten die Besucher bei der Fütterung als sie ihre Unterarme kaum mehr sahen. Zum Abschluss des wunderschönen Anlassen genossen die VCU Linth Mitglieder ein feines Abendessen im Zoo-eigenen Restaurant Himmapan Lodge. Die thailändischen Speisen in verschiedenen Schärfegraden wurden im wunderschönen Ambiente der untergehenden Sonne gereicht.

Die nächsten Anlässe sind die VCU Linth Reise nach Murten am 5. September und die Werksbesichtigung Blöchlinger AG unseres neuen Präsidenten Cornel Blöchliger.