Firmenführung bei Zweifel-Weinhandel

Firmenführung bei Zweifel-Weinhandel mit Inhaber Urs Zweifel

 

Am 29. Januar 2026 trafen sich einige Mitglieder der VCU Zürich und Interessenten, um exklusive Einblicke in den Betrieb der Firma «Zweifel 1898» (Zürich-Höngg) unter der Leitung von Inhaber Urs Zweifel zu erhalten. Leitende Frage war, wie ein Familienunternehmen den Spagat zwischen 600 Jahren Tradition und modernstem Weinhandel meistern kann.

Der Anlass gliederte sich in drei Teile: einen Einführungs- und einen Besichtigungsteil, gefolgt von einem Nachtessen. Firmeninhaber Urs Zweifel, studierter Önologe, beschäftigt sich – als Ehegatte der reformierten Pfarrerin Rahel Strassmann Zweifel – nicht nur mit rein geschäftlichen Fragestellungen, sondern auch mit sozialen Aufgaben wie der Lehrlingsausbildung. Wichtig ist der Firma Zweifel – gerade mit Blick auf die Klimaerwärmung – ein ökologisches Bewusstsein, das sich beispielsweise in einer firmeninternen Diskussion um die Reduktion der Erdgaserwärmung in der Produktion der Chips, der zweiten Linie der Firma Zweifel, und in der biotechnischen Produktion von alkoholfreien Weinen manifestiert. Dies alles mag nicht zuletzt dem auf vier Generationen basierenden Unternehmen geschuldet sein, dessen Familie sich bis in die Zeit Rudolf Bruns im 14. Jh. nachweisen lässt.

Allerdings durften wir auch erfahren, dass die Firma Zweifel – trotz ihrer langen historischen Tradition – die Eigenproduktion durch den Import von Weinen (auch alkoholfreien!) aus Europa, Australien und Chile ergänzt hat, so dass der Eigenbau noch rund 15-20% des Gesamtvolumens ausmacht. So hat sich die Firma Zweifel zum zweiten unabhängigen Getränkehändler der Schweiz mit Gastrobetrieb entwickelt. Trotz seines sozialen Bewusstseins betonte Urs Zweifel, gefragt nach dem Problem des Alkoholismus, dass die Suchtbekämpfung nicht in der Verantwortung des Händlers liege.

Mit mass- und genussvollem Alkoholkonsum in Form eines erlesenen Rotweins, begleitet von einem zarten Entrecôte mit Beilage, endete der Abend in einer gegenseitigen Vorstellungsrunde, initiiert durch den Präsidenten Willy Bischofberger, der das Christliche als Respekt und Offenheit in den Beziehungen der VCU-Mitglieder untereinander und generell in der Gesellschaft betonte. Ein hoch gelungener Firmenbesuch, der sogar von einem nicht teilnehmenden Mitglied gelobt wurde.

Alle an Firmen Interessierten, gerade auch diejenigen, die diesen Anlass verpasst haben, erwartet am 29. Oktober 2026 bereits der nächste Firmenbesuch bei Sika Schweiz AG.

Bericht: Michael Lauener