Im Rahmen der digitalen Espresso-Reihe von église avenir sprach Ulrike Clasen, Zentralpräsidentin der VCU Schweiz, am 25. Juni 2026 über ihren persönlichen und unternehmerischen Weg, geprägt durch Stationen im öffentlichen Dienst in Deutschland, Erfahrungen in der Wirtschaft in der Schweiz und den Schritt in die Selbstständigkeit. Vor über 20 Jahren gründete sie Netzwerk Kadertraining, vor rund zwei Jahren kam mit Strategify – Second Opinion AI ein weiteres unternehmerisches Engagement hinzu. Im Gespräch wurde deutlich, wie eng diese Erfahrungen mit ihrem Einsatz als Zentralpräsidentin der VCU Schweiz für werteorientiertes Wirtschaften verbunden sind.
Die digitale Espresso-Reihe von église avenir widmet sich dem Thema «Werte in der Wirtschaft» aus unterschiedlichen Perspektiven. Den Auftakt machte am 18. Juni 2026 Markus Schön, Vorsitzender des Vorstands der buero.de Handel AG Deutschland und Geschäftsführer der Schön & Co GmbH. Am 2. Juli 2026 folgt Nik Gugger, Nationalrat, Vize-Präsident der EVP und Sozialunternehmer. Damit öffnet église avenir einen kompakten Gesprächsraum für Fragen, die auch die VCU Schweiz im Kern bewegen: Wie werden Werte im wirtschaftlichen Alltag konkret?
Im Zentrum des Gesprächs mit Ulrike Clasen stand ein Wert, der ihr unternehmerisches Denken und Handeln besonders prägt: gute Zusammenarbeit. Oder einfacher gesagt: gut zueinander sein, aufeinander achten und füreinander agieren. Was auf den ersten Blick selbstverständlich klingt, ist im wirtschaftlichen Alltag hoch relevant. Denn Zusammenarbeit gelingt nicht zufällig. Dazu braucht es Vertrauen, Respekt, Fairness, Verantwortung und die Bereitschaft, über den eigenen Nutzen hinauszudenken.
Genau hier zeigt sich die Verbindung zur VCU Schweiz. Die Werte der VCU Schweiz: Respekt, Fairness und Verantwortung sind keine abstrakten Begriffe. Sie werden dort konkret, wo Menschen führen und entscheiden, einander zuhören, miteinander Konflikte lösen und Kunden begegnen oder Mitarbeitende und die Organisation entwickeln. Werteorientiertes Wirtschaften bedeutet deshalb nicht, schöne Leitbilder zu formulieren, sondern sich im Alltag bewusst immer wieder die Fragen zu stellen, wie mit gehen wir miteinander umgeht. Die Fragen, was dient dem Menschen und wo übernehmen wir Verantwortung, auch dann, wenn es anspruchsvoll wird, sind in diesem Zusammenhang höchst relevant.
Dabei schliesst Werteorientierung Wirtschaftlichkeit auf keinen Fall aus. Es ist eher das Gegenteil. Unternehmen müssen wirtschaftlich tragfähig sein, um Verantwortung dauerhaft wahrnehmen zu können. Entscheidend ist die Frage, wie wirtschaftlicher Erfolg entsteht. Werteorientiertes Wirtschaften verbindet Leistung, Klarheit und unternehmerische Verantwortung mit Menschlichkeit, Fairness und langfristigem Vertrauen. Es geht nicht um ein «Entweder-oder» von Rendite und Werten, sondern um ein bewusstes Abwägen und Austarieren von Zielen, Interessen und Verantwortung.
Auch Moral und Ethik gehören dazu, doch nicht als erhobener Zeigefinger. Ethik bedeutet in diesem Zusammenhang, Verantwortung bewusst zu reflektieren. Sich die Fragen zu stellen, was fair ist und auf Dauer tragfähig bleibt und was dem Menschen dient, nicht nur dem kurzfristigen Vorteil.
Werteorientierte Führung moralisiert nicht, sondern schafft Räume, in denen schwierige Entscheidungen offen, ehrlich und verantwortungsvoll getroffen und kommuniziert werden können.
Diese Haltung prägt auch die unternehmerische Arbeit von Ulrike Clasen. Bei Netzwerk Kadertraining geht es darum, Menschen und Organisationen handlungsfähiger zu machen, mit Klarheit, Wertschätzung, Vertrauen, Verantwortung und guten Entscheidungsgrundlagen. Kadertraining bringt dabei die menschliche und organisationale Entwicklung ein. Strategify ergänzt diese Arbeit mit Struktur, KI-Kompetenz und strategischer Orientierung.
Das Gespräch mit den Teilnehmenden zeigte, dass das Thema berührt. Gerade in einer Zeit von Druck, Veränderung und neuen technologischen Möglichkeiten braucht Wirtschaft mehr denn je Orientierung.
Die VCU bietet dafür einen wichtigen Raum für Begegnung, Dialog und Weiterdenken.
Wir laden unsere Mitglieder herzlich ein, sich aktiv mit diesen Fragen auseinanderzusetzen – in den Regionen, im persönlichen Führungsalltag und im Austausch innerhalb der VCU. Denn Werte wirken dort, wo sie gelebt werden.
Werteorientiertes Wirtschaften beginnt nicht mit grossen Worten, sondern mit der Frage, wie wir im Alltag miteinander umgehen, entscheiden und Verantwortung übernehmen.
