Wenn Eigeninitiative Perspektiven schafft – ein Beispiel aus der Geschichte der VCU


Wenn Eigeninitiative Perspektiven schafft – ein Beispiel aus der Geschichte der VCU

Was kann Wirtschaften mit Verantwortung konkret bedeuten?

Manchmal zeigt sich die Antwort im Rückblick. Ende der 1960er-Jahre entstand aus dem Umfeld der VCU die Stiftung Offene Hand, heute Swisshand. Dahinter stand die Überzeugung, dass Entwicklungszusammenarbeit Menschen nicht nur unterstützen, sondern ihnen Möglichkeiten eröffnen sollte, ihre wirtschaftliche Zukunft selbst zu gestalten.

Aus dieser Idee entwickelte sich ein Ansatz, der unternehmerisches Denken mit gesellschaftlicher Verantwortung verbindet.

 

Eigenständigkeit ermöglichen

Swisshand setzt auf die Verbindung von Mikrokrediten, unternehmerischer Schulung und persönlicher Begleitung. Im Mittelpunkt stehen insbesondere Menschen in wirtschaftlich benachteiligten Regionen, die mit einem eigenen Kleinunternehmen eine Existenzgrundlage aufbauen wollen.

Der Gedanke dahinter ist bis heute nachvollziehbar. Wer wirtschaftlich selbstständig werden möchte, braucht nicht nur Kapital. Es braucht Wissen, Eigeninitiative, die Fähigkeit, Chancen und Risiken einzuschätzen, und Rahmenbedingungen, in denen Entwicklung möglich wird.

Damit rückt nicht die dauerhafte Unterstützung in den Vordergrund, sondern die Befähigung, selbst tätig zu werden und Verantwortung für die eigene wirtschaftliche Entwicklung zu übernehmen.
www.swisshand.com

 

Wenn aus Haltung konkretes Handeln wird

Gerade aus Sicht der VCU ist der Blick auf die Entstehung von Swisshand interessant.

Menschen aus dem damaligen VCU-Umfeld haben sich nicht nur mit der Frage beschäftigt, was christliche Verantwortung in Wirtschaft und Gesellschaft bedeuten könnte. Sie haben daraus eine konkrete Initiative entwickelt und einen für die damalige Zeit bemerkenswert unternehmerischen Ansatz gewählt.

Swisshand hat sich seither als eigenständige Stiftung weiterentwickelt und verfolgt ihre Arbeit in eigener Verantwortung.

Für die VCU bleibt damit vor allem die Würdigung dessen, was damals entstanden ist. Die Würdigung für ein Beispiel, wie aus einer Haltung konkretes gesellschaftliches Handeln werden kann.

 

Verantwortung zeigt sich auf unterschiedliche Weise

Heute stellen sich für Unternehmen, Führungskräfte und Netzwerke neue und teilweise andere Fragen. Technologischer Wandel, gesellschaftliche Veränderungen, neue Anforderungen an Führung und die Verantwortung gegenüber kommenden Generationen verlangen immer wieder neue Antworten.

Gerade deshalb lohnt sich gelegentlich auch der Blick zurück.

Nicht, um frühere Modelle einfach so zu kopieren oder weiter fortzuführen, sondern um sich daran zu erinnern, dass werteorientiertes Wirtschaften immer dann besonders glaubwürdig wird, wenn aus Überzeugungen konkretes Handeln entsteht.

Die Formen dieses Engagements können sich verändern. Der Grundgedanke bleibt: Wirtschaftliche Kompetenz und gesellschaftliche Verantwortung gehören zusammen.

Wirtschaften mit Verantwortung heisst auch, aus der eigenen Zeit heraus zu erkennen, wo unternehmerisches Denken und verantwortliches Handeln einen Unterschied machen können.