Die grosse Hitze im Juli hat uns allen zu schaffen gemacht. Ich floh für zwei Tage in die Berge auf eine Wandertour, um der Hitze zu entfliehen. So wanderte ich mit zwei meiner Kinder vom Lötschental im Wallis über den Lötschenpass nach Kandersteg im Berner Oberland. Es war eine lange abwechslungsreiche Wanderung mit unterschiedlichsten Wegen und sich stetig veränderndem Panorama. Meine Gedanken bewegten sich während des Wanderns immer mehr der Frage nach dem idealen Weg. Welches ist der ideale Weg? Sollte dieser möglichst eben sein oder soll dieser zügig bergauf führen? Echt schwierige Frage, wenn es bei heissem Wetter steil bergauf geht! Na gut, bald verlief unser Weg wirklich entlang einer Erschliessungstrasse. Asphalt und ziemlich flach. Erholung pur, die Ideale Wanderstrecke. Doch schon bald machte uns das gleichmässige monotone Wandern zu schaffen. Der Weg verlief am Ende der Strasse durch ein schwieriges Bachtobel mit einem tosenden Bergbach. Volle Konzentration, ein Fehltritt hätte da schwere Folgen. Ist auch nicht gerade der ideale Weg. Ein nun sich lange schlängelnder Weg steil bergauf über die letzten Alpenweiden will nicht enden. Wir steigen dadurch sehr schnell in der Höhe. Ideal oder nicht, ich weiss es nicht. Endlich oben auf dem Pass. Nun führt der Weg leicht schräg über einen Gletscher und dann steil abwärts über Geröllhalden. Nicht ungefährlich und stetig Steinschlaggefahr. Dann über Alpweiden und Bergwälder tief hinunter ins Gasterntal. Wir bemitleiden die Wandergruppen, welche uns bergauf entgegenkommen. Da haben wir schon den besseren Weg. Doch bald wird jeder Schritt bergab zur Herausforderung. Für mich wurde auf dieser Wanderung bewusst: Den idealen Weg gibt es nicht, denn er wäre sehr schnell nicht mehr ideal. Wir brauchen Herausforderungen und Abwechslungen. Auch wenn der Weg oftmals gefährlich oder schweisstreibend vorgegeben ist, so sind wir dadurch besonders aktiv, kreativ und gefordert. Schön, dass wir als VCU gewisse Wegstrecken gemeinsam beschreiten können, und uns gegenseitig motivieren und unterstützen dürfen.

